Bau von Biotopen an verschiedenen Stellen um den Hainig

Letzte Woche haben Bürgermeister Holger Marx und Clemens Veith vom Stadtbauamt verschiedene Bereiche um den Hainig besucht, an denen nach und nach Biotope entstehen sollen. Die Biotope bieten nicht zuletzt auch einen zusätzlichen Schutz bei Starkregenereignissen.

Hintergrund

Die Kosten für die geplanten Baumaßnahmen werden vollständig vom Land Hessen übernommen. Die Fördermittel des Landes Hessen stammen aus naturschutzrechtlichen Ersatzzahlungen für den Bau von Windenergieanlagen im Windpark Wartenberg, da das Landschaftsbild hierbei nachhaltig beeinträchtigt wurde. Diese zweckgebundenen Fördermittel sollen nun auch in dem betroffenen Naturraum für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege verwendet werden: In der Gemarkung Lauterbach entstehen oberhalb der „Kirschenallee“, „Im Limperts“ und unterhalb des „Hainig“ vier Biotope, welche sich zum Lebensraum für Amphibien, Reptilien, Vögel und Kleinsäuger entwickeln sollen. 

Artenvielfalt und Starkregenschutz

Neben einer Erhöhung der Biodiversität, die auch als populationsstützende Maßnahme für windkraftsensible Arten wie beispielsweise den Schwarzstorch dienen soll, nimmt das Biotop als Retentionsraum auch großflächige Oberflächenabläufe bei Starkregenereignissen auf und entlastet somit die Siedlungsbereiche bei Überschwemmungen. Zusätzlich wird durch die Verdunstung des Wassers die Umgebung gekühlt und durch Versickerung die Grundwasserneubildung für Trinkwasser gefördert.

Der Wechsel zwischen Wasseranstau und Austrocknung in Verbindung mit kleinteiliger Strukturierung durch die Verwendung vorhandener Naturmaterialien soll wechselnde Habitate schaffen und so ein mosaikartiges Biotop mit sehr vielen verschiedenen Lebensräumen hervorbringen. Flachwasserzonen mit wechselnden, flachen Böschungen, die sich schnell erwärmen, dienen Amphibien und aquatischen Insekten zur Entwicklung und sind damit Nahrungsgrundlage für Vögel aller Art.

Im Zeichen des Klimawandels und der damit verbundenen Klimaanpassung mit Starkregenereignissen sowie Hitze- und Trockenperioden ist es besonders wichtig, Wasser in der Landschaft zurückzuhalten und dem Verlust der Biodiversität und der strukturellen Verarmung der Kulturlandschaft entgegenzuwirken. Hier werden Schritt für Schritt Maßnahmen umgesetzt werden.