Schiedsamt

 

 

Aktuell:  Zur Zeit keine Schiedsverfahren !

 

 

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Das Schiedsamt in Lauterbach und den Stadtteilen

Streitigkeiten werden häufig - auch in Bagatellsachen - ohne vorhergehenden Versuch einer Streitbeilegung vor die Gerichte gebracht und dort bis in die letzte Instanz ausgetragen. Mancher steht am Ende dieses Weges - trotz des im wahrsten Sinne des Wortes "erstrittenen" Urteils - vor einem Scherbenhaufen.

Zur Beilegung von bürgerlich-rechtlichen Streitigkeiten bietet das Schiedsamtsgesetz die Hilfe von Schiedspersonen an, die sich in Jahrzehnten als Schlichter bewährt haben.

Vor der Schiedsperson wird ausschließlich mündlich verhandelt. Die Parteien haben Gelegenheit sich auszusprechen. Die Schiedsperson nimmt sich genügend Zeit, hört genau zu und versucht die bestehenden Spannungen abzubauen. Ist man sich einig, wird ein Vergleich geschlossen, den beide Parteien unterschreiben. Dadurch ist der Vergleich rechtswirksam. Dieses unkomplizierte Verfahren hat durch kurze Verfahrenszeiten große Vorteile gegenüber den gerichtlichen Prozessen.

Zuständig in Lauterbach und den Stadtteilen

 

Schiedsmann:                                         Stellv. Schiedsmann:
Michael Duschka                                        Walter Schüttler
Blitzenröder Straße 72                                An der Wascherde 13
36341 Lauterbach                                      36341 Lauterbach
Tel.: 06641 / 3104                                      Tel.: 06641 / 2609

 

 

und

Bürgerbüro der Kreisstadt Lauterbach

Tel. 06641 184-122, Fax. 06641 184-214

E-Mail: buergerbuero(at)lauterbach-hessen.de

 

 

 

 

 

Sprechzeiten nach Vereinbarung. Anträge auf Durchführung eines Schiedsverfahrens können schriftlich oder mündlich zu Protokoll im Bürgerbüro der Stadt Lauterbach, Marktplatz 14, entgegen genommen werden.

Links

 

 

weitere Informationen - bitte anklicken !

Antragstellung und Kosten Landes- und Bezirksvereinigung   

 

 

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Zeitungsartikel

Häufig Streit unter Nachbarn
Lauterbacher Anzeiger vom 06.01.2014, Seite 13


Lauterbach (red). Die vorgerichtliche Streitschlichtung durch Bürger für Bürger basiert auf einer Idee aus dem Jahre 1827. In Hessen gibt es 691 Schiedsmänner und -frauen, die im Jahr 2012 insgesamt 1 538 Schiedsverfahren durchgeführt haben. Dazu kommen noch weitere 3 069 sogenannter Tür- und Angelfälle.

In der Stadt Lauterbach stehen Michael Duschka und Gerhard Fatum als Schiedsmänner zur Verfügung. Duschka berichtet, dass im Jahr 2013 fünf Schiedsverfahren durchgeführt wurden. Es handelte sich dabei um Probleme aus dem Nachbarschaftsrecht (Bäume, Wurzeln, Oberflächenwasser, Grenzzaun), aber auch aus dem strafrechtlichen Bereich (Beleidigung, Sachbeschädigung und Streit innerhalb der Hausgemeinschaft).

Ziel ist immer, dass die Parteien eine gemeinsame Lösung finden. Solch ein Vergleich ist oft nicht einfach. Er ist aber rechtsverbindlich und kann 30 Jahre vollstreckt werden. Dabei kommt es insbesondere im Nachbarrecht nicht auf den Buchstaben des Gesetzes an, sondern die Lösungen können außerhalb der gesetzlichen Vorschriften liegen. Dieses "dispositive Recht" erlaubt es, neue Wege zu gehen und für alle Seiten zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Wenn eine gute Lösung gefunden wird, gibt es nur Gewinner - keine Verlierer.

Die Schiedspersonen sind heute sowohl in den betreffenden Rechtsgebieten als auch in den Fragen der mediativen Streitbeilegung durch hochqualifiziertes Schulungspersonal sehr gut ausgebildet. Es ist eine Grundfeste der konsensualen Streitbeilegung, dass diese Schlichter keine Volljuristen sind.

Eine Domäne der Schiedspersonen ist der gesamte Bereich des Nachbarrechts. Streitigkeiten, die in diesem sensiblen und hochemotionalen Bereich von den Schiedspersonen befriedet werden, eignen sich nicht wirklich für ein gerichtliches Verfahren.

Die Erfahrung zeigt vielmehr, dass die kostenintensive gerichtliche Erledigung solcher Streitigkeiten (es gibt meist einen Sieger und einen Verlierer) schon die nächste Auseinandersetzung mit sich bringt. Der erwünschte Rechtsfrieden wird nicht durch wechselseitiges Geben und Nehmen wieder hergestellt, sondern es wird einfach nur Recht gesprochen.