Die Veranstaltung muss krankheitsbedingt leider verschoben werden!!
Im Vorfeld der Veröffentlichung der 100. Ausgabe der Lauterbacher Sammlungen lädt der Museumsverein zu einem spannenden Vortragsabend ein. Die noch im Frühjahr erscheinende Lauterbacher Sammlung beschäftigt sich mit den Kriegerdenkmälern in der Lauterbacher Kernstadt und den wechselnden Perspektiven der Stadtgesellschaft auf ihre Gestaltung und auf ihre intendierten Botschaften.
Am Mittwoch, den 25. Februar 2026, berichten Andreas Wellstein und Till Hartmann in wechselseitigen Impulsen von den beiden bedeutendsten Repräsentationen aus dem Kanon des Kriegergedenkens in Lauterbach: dem „Löwendenkmal“ am Berliner Platz und der „Krieger- bzw. Gedächtnishalle“ am Friedhof.
Die beiden Denkmäler entstanden unter unterschiedlichsten Vorzeichen. Als 1907 der Löwe auf seinen Sockel kam, befanden sich das Großherzogtum Hessen und die Kreisstadt Lauterbach in höchster wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Wenn auch das Kaiserreich außenpolitisch isoliert war, betonte man die Großherzoglich-Hessische und Lauterbacher Regionalidentität durch die Erinnerung an die Kriegsteilnehmer am Feldzug 1870/71 und an deren Anteil an den wohlständigen Verhältnissen der Gegenwart. Die Gedächtnishalle, die allein schon durch ihre Materialwahl einen Heimatbezug schuf, war in ihrer Komposition dabei schon deutlich nationaler intoniert. Denn die Toten der tausenden Städte und die in der Halle inkludierten Toten Lauterbachs waren gleichsam zum deutschen Trauma avanciert und an ihnen arbeiteten sich Demokraten und Totalitäre bei ihrem Kampf um die Macht bis 1933 ab.
Die beiden Referenten versuchen in wechselseitigen Impulsvorträgen bzw. in diskursiver Dialogform den Weg der zwei Denkmäler nachzuzeichnen, wie sie zwischen intendierter Botschaft und gesellschaftspolitischer Aneignung immer wieder in den Fokus der Stadtgesellschaft rückten. Von den Bürgermeistern Stöpler (Liberal) und Walz (SPD), den Künstlern Habich und Pfeiffer, den Projektbeteiligten und ihren archivalisch-rekonstruierbaren Eindrücken schwenken die Vorträge auf den Parteienkampf der späten Weimarer Republik über. Wie veränderte sich die Perspektive auf die Monumente während der Hochphase des Dritten Reiches, nach dem Ende des Krieges, bei der deutschen Wiedervereinigung oder nach dem Ende der Utopie der Friedensdividende durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine?
Die Veranstaltung findet um 19.00 Uhr im Festsaal des Hohhaus-Museums statt. Der Eintritt ist frei.