Am Montag, 18. Mai 2026, wird um 18.30 Uhr im Festsaal des Hohhaus-Museums die neue Lauterbacher Sammlung, Ausgabe 100 präsentiert. In kurzen Wortbeiträgen von Andreas Wellstein, 2. Vorsitzendem des Museumsvereins, und Till Hartmann wird die neueste Ausgabe einleitend vorgestellt.
In diesem Jahr behandelt die Lauterbacher Sammlung die Kriegerdenkmäler der Stadt, die zwischen 1871 und 1926 allmählich angelegt wurden und die bis zum heutigen Tage durchaus stadtbildprägend sind. Während das erste Kriegerdenkmal am Friedhof heute wenig ins Auge sticht, ist die benachbarte Kriegergedenkhalle auch noch während des Volkstrauertages erheblich populärer. Regelrechte Ankerpunkte im architektonischen und planerischen Bild der Stadt sind dagegen das Löwendenkmal am Berliner Platz und die Friedenslinde zwischen Burg und Kirche. Die neueste Ausgabe der Museumspublikationen, getragen vom Magistrat der Stadt Lauterbach, beschäftigt sich analytisch mit den Hintergründen der Denkmalentstehungen, mit ihrer ikonografischen Sinndeutung und mit ihrer bis in die Gegenwart reichenden „Nutzungsgeschichte“.
Einen besonderen Fokus genießen dabei das Löwendenkmal von 1907 und die Gedächtnishalle von 1926, die seit ihrer Errichtung eine stärkere Aufmerksamkeit auf sich zogen. Was war die intendierte Botschaft dieser Denkmäler bei ihrer jeweiligen Errichtung? In welchem gesellschaftlichen Spannungsfeld befanden sie sich? Wie wurde ihre Botschaft von darauffolgenden Generationen erinnert oder gar umgedeutet und was ist die Lehre, die man daraus für den Diskurs des 21. Jahrhunderts ziehen kann?
Das Buch skizziert die Mentalitätsgeschichte einer Kleinstadtgesellschaft zwischen den Einigungskriegen und dem Ende des Kalten Krieges. Es begleitet die Leserschaft von Lauterbachs Weg in den Norddeutschen Bund und in das 1871 geschaffene Kaiserreich, beleuchtet die Stadtpolitik in den Jahren vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges und die darauffolgenden Traumata sowie den Weg der Menschen und ihrer Kulturdenkmäler durch das Dritte Reich und durch den Wandel der Nachkriegsjahre. Auf diese Weise entsteht ein differenziertes Bild zwischen dem würdevollen Kriegergedenken des großherzoglich-hessischen Patriotismus bis hin zur völkischen Pervertierung der Denkmäler durch den Nationalsozialismus bis hin zur fortschreitenden Sinnentleerung in Zeiten einer sich globalisierenden Konsumgesellschaft.
Um Anmeldung zu der Veranstaltung wird höflich gebeten bis zum Donnerstag, den 14. Mai, unter der Mailadresse stadtgeschichte@lauterbach-hessen.de.