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Ein Instrument, aufrecht und ehrlich wie die Lauterbacher

Lauterbacher Anzeiger vom 21.10.2010

In der Jugendherberge wurde jetzt die "Lauterbach-Harfe" von Bernhard Schmidt präsentiert


Lauterbach (ar). "Es ist etwas ganz Besonderes, wenn die Lauterbach-Harfe ihren Klang in die Welt hinaustragen wird", freute sich Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller jetzt über ein ganz besonderes Ereignis: In der Jugendherberge in Lauterbach wurde nun offiziell die "Lauterbach-Harfe" vorgestellt. Entworfen und gebaut wurde die Weltneuheit von Harfenbauer Bernhard Schmidt, der plant, sich mit seiner Frau in Lauterbach niederzulassen.

"Die Harfe ist ein wunderbares Instrument", begrüßte Herbergsleiter Michael Pohl alle Gäste, die gekommen waren, um einen der ersten Blicke auf die "Lauterbach-Harfe" zu erhaschen. Seit fünf Jahren finden bei ihm bereits die jährlichen Harfentreffen statt, die stets Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet und auch aus dem Ausland in den Vogelsberg locken, um in Lauterbach gemeinsam ihrem Lieblingsinstrument zu frönen. Die Idee dazu hatten Jürgen Steiner und Sabine Stutz aus Hergersdorf, die zuvor jahrelang das Harfentreffen in Moosenberg mitorganisiert hatten. Als die dortige Jugendherberge schloss, stellten die beiden fest, dass direkt in Lauterbach perfekte Bedingungen und ein ausgesprochen fähiges Team beste Bedingungen für die Fortsetzung der jährlichen Harfentreffen boten. Das Ganze lief so gut, dass es in diesem Jahr bereits zwei große Harfenveranstaltungen in der Jugendherberge gab.

"Es ist ihr Verdienst, dass die Harfe in aller Munde ist", dankte Bürgermeister Vollmöller allen Beteiligten. Die Harfentreffen seien auch touristisch gesehen ein großer Gewinn für die Stadt und er selbst freue sich über die Kreisstadt als "Harfenstadt".

Bernhard Schmidt, im Moment noch wohnhaft in Kisslegg im Allgäu, feierte nicht nur die Vorstellung seines neuen Harfenmodells in Lauterbach - es war auch sein Geburtstag, den er mit Freunden in Lauterbach verbrachte. Er war begeistert, dass der Bürgermeister von Lauterbach als "Harfenstadt" sprach, und freute sich schon jetzt auf seinen Umzug in die Vogelsberger Kreisstadt. Es gebe keine Harfentreffen in Europa, die von der Organisation und der Größe her mit den Lauterbacher Harfentreffen vergleichbar seien. Lauterbach läge europaweit an der Spitze.

Es sei eigentlich die Idee zweier Harfenbegeisterter gewesen, aus der das Lauterbacher Instrument entstanden sei. "Jürgen Steiner und ich sprachen über die Baukurse, die immer auf den Harfentreffen angeboten werden", erklärte Bernhard Schmidt. Er selbst habe damals den Wunsch geäußert, auch einen Harfenbaukurs zu geben. Doch statt vorgefertigter Teile wolle er den Teilnehmern den gesamten Kontext des Harfenbaus näherbringen - vom rohen Brett bis zum fertigen Instrument. Flugs war die Idee der Lauterbacher Harfe geboren. "Alles lief ganz glatt und ohne Hindernisse", war Schmidt sehr angetan von der Hilfsbereitschaft, auf die er im Vogelsberg gestoßen sei. Der Entwurf der Harfe sei dann entstanden durch seinen Kontakt mit Lauterbach und seine Umzugsplanungen dorthin. Mit Leidenschaft in der Stimme schilderte er: "Die Harfe hat einen sehr warmen Ton. Sie steht stolz aber vornehm zurückhaltend - gerade, aufrecht und ehrlich, wie die Lauterbacher selbst."

Der Harfenkurs, der für April nächstes Jahr geplant ist, wird sehr anstrengend sein, verriet Bernhard Schmidt schon jetzt. Vom 16. bis zum 26. April werden die Teilnehmer in den Werkstatträumen der Vogelsbergschule alles von der Sinnlichkeit des Holzes bis zur vollendeten Harfe lernen. Die "Lauterbach-Harfe" wird aus Kirschbaumholz gefertigt. "Gewisse Voraussetzungen sollten allerdings schon gegeben sein. Die Teilnehmer sollten zum Beispiel schon einmal mit Schraubzwingen und mit Leim gearbeitet haben", empfahl Schmidt. Er dankte vor allem dem Fachlehrer für Holztechnik, Ulrich Bleßmann, der es möglich gemacht habe, die Räume der Berufsfachschule nutzen zu können.

Natürlich waren alle Anwesenden gespannt darauf, den Klang der "Lauterbach-Harfe" zu hören. Dies übernahm Bernhard Schmidts Lebensgefährtin, die Harfenistin Christine Högl, die zurzeit auch einen Improvisationskurs für Harfenspieler in der Jugendherberge gibt. "Sie ist noch eine sehr junge Harfe. Sie braucht noch etwas, bis sie zu ihrem Klang findet", erklärte die Musikerin. Dies tat der Qualität des "Mini-Konzertes" natürlich trotzdem keinen Abbruch, und Christine Högl erhielt lang anhaltenden Applaus für ihr Spiel.

Onlinehörprobe der Lauterbach-Harfe:

Beitrag Hessenschau über die Lauterbacher Harfe:

 

Mehr Informationen finden Sie auf den nachfolgenden Links:

www.harfentreffen.de

www.harfensommer.de

www.harfenstadt.de

www.harfenbau.de

www.lauterbach-harfe.de