- » Startseite
- » Rathaus
- » Seniorenbeirat
Die kleine Hand
Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:
Du, große Hand, ich brauch dich,
so wie die Blume empor rankt am Holz, das ihr Halt gibt.
Ich brauche deine Kraft und deine Erfahrung mit all den Dingen, die du gestaltest.
Ich möchte lernen von dir,
wie man das Schwächere birgt, hegt und behütet,
den jungen Vogel, der aus dem Nest fiel
und die Geschöpfe, die uns Menschen anvertraut sind,
wie man den Gestrauchelten hält und dem Geängstigten Mut gibt,
wie man dem Unrecht wehrt und für das Notwendige einsteht.
Ich bitte dich, dass ich dir zugewandt sein darf ohne Angst,
und dass du nach Zeiten der Arbeit und Mühe
mit mir spielen wirst und dich auftust dem Leben,
das uns gemeinsam geschenkt ist.
Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:
Du, kleine Hand, ich brauch dich,
damit ich nach Hasten und Lasten der Tage
einmal ausruhen kann und gelöst sein und freier,
hingegeben an Sonne und Wind.
Ich möchte lernen von dir
das so lange vergessene Vertrauen:
Einer ist da, der mich hält und führt und begeistert!
Mit dir möchte ich wieder ein Gebet versuchen,
das sich bittend dem hingibt,
in dessen Treue wir alle geborgen sind,
auch die Zweifler.
Ich bitte dich: Wenn ich verkrampft bin in Zorn und Verzweiflung,
müde und matt von den Niederlagen des Tages,
sei bei mir,
dass meine Schatten vertrieben werden vom Licht.
Du kleine Hand, zeige mir wieder das Wunder,
dass wir alle unsagbar geliebt sind.
(Verfasser unbekannt)

